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Beschreibung
Mit Der ewige Spießer entwirft Ödön von Horváth einen hellsichtigen Roman der Zwischenkriegszeit: In episodenhaft montierten Szenen verfolgt er Figuren wie den gewitzten Autohändler Alfons Kobler und die verletzliche Anna Pollinger durch eine Welt der wirtschaftlichen Unsicherheit, sexuellen Tauschgeschäfte und politischen Selbsttäuschungen. Der lakonische, dialogisch geschärfte Stil demaskiert Redensarten als Ersatz für Denken; die scheinbar leichte Satire steht im Kontext der Neuen Sachlichkeit und des kritischen Volksstücks, das den kleinbürgerlichen Habitus als moralische und historische Gefahr sichtbar macht. Horváth, 1901 in Fiume geboren und in der Habsburgermonarchie wie im deutschen Sprachraum sozialisiert, kannte die kulturelle Heimatlosigkeit der Nachkriegsordnung aus eigener Erfahrung. Seine Beobachtung der Arbeitslosigkeit, des aufkommenden Nationalismus und der alltäglichen Anpassungsbereitschaft nährte sein Interesse am "Spießer": nicht als bloße Witzfigur, sondern als Typus, der aus Angst, Opportunismus und Sprachschablonen eine Weltanschauung formt. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur als präzises Instrument gesellschaftlicher Diagnose schätzen. Horváths Roman ist komisch, bitter und verstörend aktuell zugleich; er zeigt, wie politische Katastrophen im Gewöhnlichen vorbereitet werden.
Mit Der ewige Spießer entwirft Ödön von Horváth einen hellsichtigen Roman der Zwischenkriegszeit: In episodenhaft montierten Szenen verfolgt er Figuren wie den gewitzten Autohändler Alfons Kobler und die verletzliche Anna Pollinger durch eine Welt der wirtschaftlichen Unsicherheit, sexuellen Tauschgeschäfte und politischen Selbsttäuschungen. Der lakonische, dialogisch geschärfte Stil demaskiert Redensarten als Ersatz für Denken; die scheinbar leichte Satire steht im Kontext der Neuen Sachlichkeit und des kritischen Volksstücks, das den kleinbürgerlichen Habitus als moralische und historische Gefahr sichtbar macht. Horváth, 1901 in Fiume geboren und in der Habsburgermonarchie wie im deutschen Sprachraum sozialisiert, kannte die kulturelle Heimatlosigkeit der Nachkriegsordnung aus eigener Erfahrung. Seine Beobachtung der Arbeitslosigkeit, des aufkommenden Nationalismus und der alltäglichen Anpassungsbereitschaft nährte sein Interesse am "Spießer": nicht als bloße Witzfigur, sondern als Typus, der aus Angst, Opportunismus und Sprachschablonen eine Weltanschauung formt. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur als präzises Instrument gesellschaftlicher Diagnose schätzen. Horváths Roman ist komisch, bitter und verstörend aktuell zugleich; er zeigt, wie politische Katastrophen im Gewöhnlichen vorbereitet werden.
Details
| Erscheinungsjahr: | 2019 |
|---|---|
| Genre: | Romane & Erzählungen |
| Rubrik: | Belletristik |
| Medium: | Taschenbuch |
| Inhalt: | 80 S. |
| ISBN-13: | 9788027250974 |
| ISBN-10: | 8027250978 |
| Sprache: | Deutsch |
| Einband: | Kartoniert / Broschiert |
| Autor: | Horváth, Ödön von |
| Hersteller: | Musaicum Books |
| Verantwortliche Person für die EU: | OK Publishing s.r.o., 20a, Kosíre, Zahradníckova 1220, ?-150 00 Prague, obrody@gmail.com |
| Maße: | 220 x 160 x 4 mm |
| Von/Mit: | Ödön von Horváth |
| Erscheinungsdatum: | 06.05.2019 |
| Gewicht: | 0,132 kg |