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Beschreibung
'Hofgänger': Mit diesem Schimpfwort belegten Sozialdemokraten im Kaiserreich jene Genossen, die - ungeachtet der antimonarchischen Haltung der SPD - bei ihrer parlamentarischen Arbeit mit den gekrönten Häuptern zusammentrafen. Aus streng sozialistischer Sicht war nämlich die Republik die einzig geeignete Staatsform, die durch revolutionäre Umwälzungen zu erringen sei.

In der politischen Praxis erwies sich das Verhältnis zwischen den antagonistischen Kräften von Monarchie und Sozialdemokratie jedoch als deutlich komplexer. Der Blick auf die verschiedenen Monarchien des föderal organisierten Kaiserreichs zeigt, dass in den Bundesstaaten unterschiedliche Entwicklungen möglich waren und den Akteuren sinnvoll erschienen. Sozialdemokratische Parlamentarier fügten sich vor Ort in die jeweiligen politischen Kulturen ein. Trotz aller grundsätzlichen Monarchiekritik waren sie bereit, sich auf die monarchischen Elemente des konstitutionellen Staates einzulassen - bisweilen auch mit einem Besuch bei Hofe.
'Hofgänger': Mit diesem Schimpfwort belegten Sozialdemokraten im Kaiserreich jene Genossen, die - ungeachtet der antimonarchischen Haltung der SPD - bei ihrer parlamentarischen Arbeit mit den gekrönten Häuptern zusammentrafen. Aus streng sozialistischer Sicht war nämlich die Republik die einzig geeignete Staatsform, die durch revolutionäre Umwälzungen zu erringen sei.

In der politischen Praxis erwies sich das Verhältnis zwischen den antagonistischen Kräften von Monarchie und Sozialdemokratie jedoch als deutlich komplexer. Der Blick auf die verschiedenen Monarchien des föderal organisierten Kaiserreichs zeigt, dass in den Bundesstaaten unterschiedliche Entwicklungen möglich waren und den Akteuren sinnvoll erschienen. Sozialdemokratische Parlamentarier fügten sich vor Ort in die jeweiligen politischen Kulturen ein. Trotz aller grundsätzlichen Monarchiekritik waren sie bereit, sich auf die monarchischen Elemente des konstitutionellen Staates einzulassen - bisweilen auch mit einem Besuch bei Hofe.
Über den Autor
Ines Neffgen studierte Geschichte und Politik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Dort war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Historische Grundwissenschaften und Archivkunde. Im Jahr 2024 wurde sie an den Universitäten Bonn und St Andrews mit der vorliegenden Studie promoviert. Seit 2021 arbeitet sie im Bundesarchiv.
Details
Erscheinungsjahr: 2026
Genre: Geisteswissenschaften, Geschichte, Kunst, Musik
Rubrik: Geisteswissenschaften
Medium: Taschenbuch
Reihe: Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien
Inhalt: 304 S.
ISBN-13: 9783770053711
ISBN-10: 3770053710
Sprache: Deutsch
Einband: Klappenbroschur
Autor: Neffgen, Ines
Hersteller: Droste Verlag
Verantwortliche Person für die EU: Droste Verlag GmbH, Dr. Jürgen Kron, Flinger Broich 18, D-40235 Düsseldorf, j.kron@droste-verlag.de
Maße: 227 x 155 x 20 mm
Von/Mit: Ines Neffgen
Erscheinungsdatum: 14.08.2026
Gewicht: 0,578 kg
Artikel-ID: 136078026