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Beschreibung
Berliner Kindheit um Neunzehnhundert ist kein nostalgisches Erinnerungsbuch, sondern eine poetisch-philosophische Archäologie bürgerlicher Kindheit im wilhelminischen Berlin. In kurzen Prosaminiaturen - Loggien, Tiergarten, Schränke, Telefon, Markt und Schule - verdichtet Benjamin Dinge, Räume und Rituale zu Denkfiguren. Sein Stil verbindet präzise Beobachtung, traumhafte Bildlogik und materialistische Geschichtssensibilität; im Kontext der Moderne steht das Werk neben Prousts mémoire involontaire und doch eigenständig als Fragment einer verlorenen urbanen Erfahrungswelt. Walter Benjamin, 1892 in eine wohlhabende jüdische Berliner Familie geboren, schrieb diese Texte vor allem im Exil der 1930er Jahre, als Nationalsozialismus, Emigration und ökonomische Not seine Herkunftswelt unwiderruflich zerstörten. Seine Arbeit als Kritiker, Übersetzer, Kulturphilosoph und Theoretiker der Großstadt ließ ihn die eigene Kindheit nicht privat beichten, sondern als geschichtliches Material lesen: Erinnerung wird bei ihm Methode, nicht Zuflucht. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die Literatur als Erkenntnisform ernst nehmen. Es bietet keine lineare Autobiographie, sondern funkelnde Tableaus, in denen Kindheitsbilder soziale Ordnung, Warenwelt, Wahrnehmung und Verlust sichtbar machen. Wer Benjamin verstehen will, findet hier einen zugänglichen, zugleich tiefgründigen Schlüssel zu seinem Denken.
Berliner Kindheit um Neunzehnhundert ist kein nostalgisches Erinnerungsbuch, sondern eine poetisch-philosophische Archäologie bürgerlicher Kindheit im wilhelminischen Berlin. In kurzen Prosaminiaturen - Loggien, Tiergarten, Schränke, Telefon, Markt und Schule - verdichtet Benjamin Dinge, Räume und Rituale zu Denkfiguren. Sein Stil verbindet präzise Beobachtung, traumhafte Bildlogik und materialistische Geschichtssensibilität; im Kontext der Moderne steht das Werk neben Prousts mémoire involontaire und doch eigenständig als Fragment einer verlorenen urbanen Erfahrungswelt. Walter Benjamin, 1892 in eine wohlhabende jüdische Berliner Familie geboren, schrieb diese Texte vor allem im Exil der 1930er Jahre, als Nationalsozialismus, Emigration und ökonomische Not seine Herkunftswelt unwiderruflich zerstörten. Seine Arbeit als Kritiker, Übersetzer, Kulturphilosoph und Theoretiker der Großstadt ließ ihn die eigene Kindheit nicht privat beichten, sondern als geschichtliches Material lesen: Erinnerung wird bei ihm Methode, nicht Zuflucht. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die Literatur als Erkenntnisform ernst nehmen. Es bietet keine lineare Autobiographie, sondern funkelnde Tableaus, in denen Kindheitsbilder soziale Ordnung, Warenwelt, Wahrnehmung und Verlust sichtbar machen. Wer Benjamin verstehen will, findet hier einen zugänglichen, zugleich tiefgründigen Schlüssel zu seinem Denken.
Details
Erscheinungsjahr: 2019
Genre: Romane & Erzählungen
Rubrik: Belletristik
Medium: Taschenbuch
Inhalt: 48 S.
ISBN-13: 9788027256686
ISBN-10: 8027256682
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Benjamin, Walter
Hersteller: Musaicum Books
Verantwortliche Person für die EU: OK Publishing s.r.o., 20a, Kosíre, Zahradníckova 1220, ?-150 00 Prague, obrody@gmail.com
Maße: 220 x 160 x 3 mm
Von/Mit: Walter Benjamin
Erscheinungsdatum: 09.05.2019
Gewicht: 0,087 kg
Artikel-ID: 121348835