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Beschreibung

Zu diesem Heft ist eine Hör-CD erschienen: EinFach ZuHören, Exillyrik, ISBN 978-3-14-[...]. Sie enthält zahlreiche der in diesem Heft abgedruckten Texte. Diese sind im Inhaltsverzeichnis entsprechend gekennzeichnet.

Die gängigen Kriterien der Auswahl und Anordnung von Gedichten für Anthologien finden bei einem Unterrichtsmodell kaum Anwendung. Schließlich geht es nicht darum, eine vollständige Sammlung zu bieten, einen bestimmten Aspekt zu betonen oder ein klar definiertes Ordnungskriterium zu haben. Solche wissenschaftlichen Desiderate haben in der Unterrichtspraxis keinen Platz. Dieses Modell orientiert sich in seiner Gliederung daher an den Bedürfnissen von Schülern und Lehrern. Sein Ziel ist es, Unterrichtseinheiten zu ermöglichen, die den Schülern inhaltlich die Facetten und Besonderheiten der Exillyrik, ihren Beziehungsreichtum in Vergangenheit und Gegenwart sowie die Aktualität von Exilerfahrungen auch in der modernen Welt aufzeigen. Einhergehen soll diese inhaltliche Ausrichtung der Einheiten mit dem Erwerb methodischer Kompetenzen, die von der Analyse über die Interpretation bis zur Bewertung von poetischen Texten sowohl im mündlichen Gespräch als auch im Aufsatz reichen.

Baustein 1 widmet sich dem ersten Exildichter der Weltliteratur: Ovid. Anhand von Ovids "Tristia" können beispielhaft die besondere Grundkonstellation der Exillyrik sowie die seit Ovid gängigen Motive und Topoi erarbeitet werden. Auf diese Topoi greifen Exillyriker aller Zeiten zurück und wandeln sie in ihrer besonderen Situation ab. Gleichzeitig ergibt sich im Vergleich zwischen antiker und moderner Exillyrik die Eigenart der Exildichtung, in besonderem Maße Selbstgespräch der Kunst zu sein.

Baustein 2 kann deswegen von besonderer Relevanz sein, weil er zeigt, dass das Exil nicht nur negativ gesehen werden muss, sondern für die Autoren des 19. Jahrhunderts auch eine Chance bot, weiterzuarbeiten und anderswo tatsächlich eine neue Heimat zu finden. Auch wenn sich mit Herwegh, Freiligrath oder von Fallersleben noch einige andere Exilanten um deutsche Lyrik im Ausland bemüht haben, treten diese in diesem Unterrichtsmodell hinter dem berühmteren Heinrich Heine zurück. Baustein 2 widmet sich also Heinrich Heine, vor allem auch deswegen, weil er sich erstens im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen im Exil tatsächlich zum Exil und nicht nur zur politischen Lage geäußert hat, aber auch weil an ihm gezeigt werden kann, wie das Exil zu einer zweiten Heimat wird und viele positive Aspekte mit sich bringt.

Baustein 3 erarbeitet einen Überblick zur deutschsprachigen Lyrik während der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945. Dabei werden vor allem die Arbeits- und Lebensbedingungen der Dichter in und außerhalb Deutschlands in den Blick genommen: Der Blick auf das Heimatland und die Darstellung der Erlebnisse im Exilland sowie die damit verbundenen Selbst- und Identitätszweifel sind Hauptthemen dieses Bausteins.

Baustein 4 richtet den Blick dann eher auf die inhaltlichen Aussagen zu den fürchterlichen Geschehnissen in der nationalsozialistischen Diktatur. Die Kernfrage dieses Bausteins ist, wie Exildichter versuchen, das unsagbare Grauen von Krieg, Verfolgung und Massenmord in Worte zu fassen, und dabei mit der Sprache ringen.

Baustein 5 soll verdeutlichen, dass das Leiden der Dichter nach dem lange ersehnten Ende der Schreckensherrschaft in Deutschland nicht beendet war. Fragen, ob man in das Land der Täter zurückkehren solle, wie die Schuld der Täter zu bewerten sei, ob man mittlerweile mehr oder weniger als Deutscher gesehen werde, betreffen die Identität der Dichter, die sich lange Jahre nur mit ihrem Exildasein, ihrem Leid oder der politischen Diskussion beschäftigt hatten, anstatt "nur" Dichter zu sein.

Baustein 6 soll die Möglichkeit bieten, moderne Formen des Exils aufzunehmen. Die oben gegebene Bestimmung von Exillyrik macht es möglich, Migrantenliteratur und auch Exillyrik deutscher Sprache von ursprünglich fremdsprachigen Autoren, die nach Deutschland geflohen sind, in das Unterrichtsmodell zu integrieren. Theoretische Fragen wie die, ob es sich beispielsweise bei sogenannten Gastarbeitern tatsächlich um Exilanten handele oder nicht, sollen hier nicht in den Blick genommen werden. Vielmehr stellt die Chance, die Aktualität und auch die Andersartigkeit von moderner Lyrik, die Heimat- und Identitätslosigkeit zwischen verschiedenen Kulturen zu behandeln, den besonderen Reiz dieses Bausteins dar.

Klausurvorschläge samt Bewertungsbögen finden sich im Zusatzmaterial 1-3, S. 145-156. Hierbei sind sowohl die Interpretation eines einzelnen Gedichts als auch der Gedichtvergleich als Aufgabenstellungen berücksichtigt.

Zu diesem Heft ist eine Hör-CD erschienen: EinFach ZuHören, Exillyrik, ISBN 978-3-14-[...]. Sie enthält zahlreiche der in diesem Heft abgedruckten Texte. Diese sind im Inhaltsverzeichnis entsprechend gekennzeichnet.

Die gängigen Kriterien der Auswahl und Anordnung von Gedichten für Anthologien finden bei einem Unterrichtsmodell kaum Anwendung. Schließlich geht es nicht darum, eine vollständige Sammlung zu bieten, einen bestimmten Aspekt zu betonen oder ein klar definiertes Ordnungskriterium zu haben. Solche wissenschaftlichen Desiderate haben in der Unterrichtspraxis keinen Platz. Dieses Modell orientiert sich in seiner Gliederung daher an den Bedürfnissen von Schülern und Lehrern. Sein Ziel ist es, Unterrichtseinheiten zu ermöglichen, die den Schülern inhaltlich die Facetten und Besonderheiten der Exillyrik, ihren Beziehungsreichtum in Vergangenheit und Gegenwart sowie die Aktualität von Exilerfahrungen auch in der modernen Welt aufzeigen. Einhergehen soll diese inhaltliche Ausrichtung der Einheiten mit dem Erwerb methodischer Kompetenzen, die von der Analyse über die Interpretation bis zur Bewertung von poetischen Texten sowohl im mündlichen Gespräch als auch im Aufsatz reichen.

Baustein 1 widmet sich dem ersten Exildichter der Weltliteratur: Ovid. Anhand von Ovids "Tristia" können beispielhaft die besondere Grundkonstellation der Exillyrik sowie die seit Ovid gängigen Motive und Topoi erarbeitet werden. Auf diese Topoi greifen Exillyriker aller Zeiten zurück und wandeln sie in ihrer besonderen Situation ab. Gleichzeitig ergibt sich im Vergleich zwischen antiker und moderner Exillyrik die Eigenart der Exildichtung, in besonderem Maße Selbstgespräch der Kunst zu sein.

Baustein 2 kann deswegen von besonderer Relevanz sein, weil er zeigt, dass das Exil nicht nur negativ gesehen werden muss, sondern für die Autoren des 19. Jahrhunderts auch eine Chance bot, weiterzuarbeiten und anderswo tatsächlich eine neue Heimat zu finden. Auch wenn sich mit Herwegh, Freiligrath oder von Fallersleben noch einige andere Exilanten um deutsche Lyrik im Ausland bemüht haben, treten diese in diesem Unterrichtsmodell hinter dem berühmteren Heinrich Heine zurück. Baustein 2 widmet sich also Heinrich Heine, vor allem auch deswegen, weil er sich erstens im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen im Exil tatsächlich zum Exil und nicht nur zur politischen Lage geäußert hat, aber auch weil an ihm gezeigt werden kann, wie das Exil zu einer zweiten Heimat wird und viele positive Aspekte mit sich bringt.

Baustein 3 erarbeitet einen Überblick zur deutschsprachigen Lyrik während der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945. Dabei werden vor allem die Arbeits- und Lebensbedingungen der Dichter in und außerhalb Deutschlands in den Blick genommen: Der Blick auf das Heimatland und die Darstellung der Erlebnisse im Exilland sowie die damit verbundenen Selbst- und Identitätszweifel sind Hauptthemen dieses Bausteins.

Baustein 4 richtet den Blick dann eher auf die inhaltlichen Aussagen zu den fürchterlichen Geschehnissen in der nationalsozialistischen Diktatur. Die Kernfrage dieses Bausteins ist, wie Exildichter versuchen, das unsagbare Grauen von Krieg, Verfolgung und Massenmord in Worte zu fassen, und dabei mit der Sprache ringen.

Baustein 5 soll verdeutlichen, dass das Leiden der Dichter nach dem lange ersehnten Ende der Schreckensherrschaft in Deutschland nicht beendet war. Fragen, ob man in das Land der Täter zurückkehren solle, wie die Schuld der Täter zu bewerten sei, ob man mittlerweile mehr oder weniger als Deutscher gesehen werde, betreffen die Identität der Dichter, die sich lange Jahre nur mit ihrem Exildasein, ihrem Leid oder der politischen Diskussion beschäftigt hatten, anstatt "nur" Dichter zu sein.

Baustein 6 soll die Möglichkeit bieten, moderne Formen des Exils aufzunehmen. Die oben gegebene Bestimmung von Exillyrik macht es möglich, Migrantenliteratur und auch Exillyrik deutscher Sprache von ursprünglich fremdsprachigen Autoren, die nach Deutschland geflohen sind, in das Unterrichtsmodell zu integrieren. Theoretische Fragen wie die, ob es sich beispielsweise bei sogenannten Gastarbeitern tatsächlich um Exilanten handele oder nicht, sollen hier nicht in den Blick genommen werden. Vielmehr stellt die Chance, die Aktualität und auch die Andersartigkeit von moderner Lyrik, die Heimat- und Identitätslosigkeit zwischen verschiedenen Kulturen zu behandeln, den besonderen Reiz dieses Bausteins dar.

Klausurvorschläge samt Bewertungsbögen finden sich im Zusatzmaterial 1-3, S. 145-156. Hierbei sind sowohl die Interpretation eines einzelnen Gedichts als auch der Gedichtvergleich als Aufgabenstellungen berücksichtigt.

Details
Bundesland: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
Erscheinungsjahr: 2016
Genre: Schule und Lernen
Produktart: Unterrichtsmat. & Lehrerunterlagen
Rubrik: Schule & Lernen
Schulfach: Deutsch, Didaktik & Methodik, Kommunikation
Schulform: Allgemeinbildene Schule, Berufsschule, Gymnasium, Hauptschule, Realschule, Sekundarschule
Medium: Taschenbuch
Reihe: EinFach Deutsch Unterrichtsmodelle
Inhalt: 165 S.
ISBN-13: 9783140226356
ISBN-10: 3140226357
Sprache: Deutsch
Ausstattung / Beilage: einige Abb., DIN A4
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Richter, Till
Widmann, Stefanie
Übersetzung: Johannes Diekhans
Hersteller: Schöningh Verlag
Schoeningh Verlag
Verantwortliche Person für die EU: Westermann Bildungsmedien Verlag GmbH, Georg-Westermann-Allee 66, D-38104 Braunschweig, service@westermann.de
Maße: 298 x 211 x 8 mm
Von/Mit: Till Richter (u. a.)
Erscheinungsdatum: 09.02.2016
Gewicht: 0,444 kg
Artikel-ID: 104539008